Many Worlds

Science, emotion and a superstition free world

Aug 2

A World Without Religion – One Question

Category: Atheism, Psychology

Lately, I’ve been taking advantage of conversations (in my doctor’s waiting room, among other places) to confront random people with the following question. Before I write up a summary of some of the interesting answers I got, I’d like to see if I can get some feedback from religious people on the net. Feel free to use the comment function. Or send me an e-mail, I’ll keep your identity strictly confidential.

Here we go:

Imagine you were under some kind of control that prevented you from doing four things:

  • praying (including one-liners such as “dear god, help me”), seeking out religious places, and consulting religious literature or people
  • using mind-altering substances, including alcohol and psychiatric drugs
  • hiding from life, e.g. by going crazy
  • taking your life

How big an impact would having “no escape from reality” have on you? How would you adjust your strategy for dealing with problems and challenges in your daily life? Who would you turn to in times of crisis? What alternative sources of comfort and empowerment would you explore? How long do you think it would take you to adapt to these new circumstances?

I realize that no method of control with such properties exists in reality, this is totally a what-if scenario. On the other hand, imagining oneself in unusual, even impossible situations can be an entertaining and useful learning experience. So why don’t you give it a try? I’d really like to hear your comments!

3 comments

3 Comments so far

  1. Sherry October 20th, 2010 10:15 am

    Hallo Schatz,

    erstmal: Ich liebe Deinen Blog. Ich liebe Deine Gedanken und Dein präzises schönes Englisch.

    Vor ein paar Wochen habe ich über Dein Experiment nachgedacht, Schatz. Meine ersten Überlegungen waren sehr subjektiv. Ich habe mich einfach in diese Lage versetzt und habe überlegt, was ich mit meiner speziellen Persönlichkeit getan hätte. Ich wäre an erster Stelle implodiert, möglicherweise hätte ich sehr lange Erstickungsgefühle, die mir unaushaltbar vorkämen. Irgendwann setzt bei fast jedem Menschen aber der Gewöhnungseffekt ein (hoffe ich zumindest). Aus der Resignation und absoluten Machtlosigkeit, in der ein normaler Mensch mit normalen Möglichkeiten vermutlich zum Schutze heraus auch krank werden würde (aber das darf man hier ja nicht), würde vielleicht der Wunsch entstehen, dieses so eingekapselte und unfreie Leben (Ich darf mich ja nicht mal umbringen) so gemütlich wie möglich zu gestalten. Das wäre die positive Reaktion, die entstehen könnte, an die ich bei weiteren Überlegungen aber nicht glaube.

    Wer weiß, vielleicht hätte es sogar geklappt. Die intensivere Zuwendung zu Menschen wäre dazu von Nöten gewesen, das realistische Erarbeiten von Problemlösestrategien auch. Nur weiß ich nicht, inwiefern das Leben wirklich anders wäre, denn mehr oder weniger tun wir all diese Dinge auch ohne diese Rahmenbedingungen in Deinem Gedankenexperiment. Nur mit dem Unterschied, dass wir viel weniger die Möglichkeit haben, “abzuschalten”, abzuhauen, sich auf ein schöneres Leben danach zu “freuen”, was aber für die Funktionstüchtigkeit unseres Geistes einfach wichtig ist. Du denkst vielleicht, Du hast diese Strategien nicht, aber jedesmal, wenn Du Dich in irgendwelche abstrakten Formeln verlierst, tust Du nichts anderes. Du musst den anderen aber einräumen, dass sie mit Formeln nun einmal nichts anrichten können, für sie sind sie nicht lebendig – für sie ist eine Vorstellung über das Paradies oder irgendeine esoterische Formel eben lebendiger. Oder eben auch Drogen.

    Du denkst vielleicht, diese “Freude auf später” würde den Menschen hemmen, hier das Beste aus seinem Leben zu machen. Bei manchen mag das vielleicht sein (vor allem bei denen, die wirklich eine Umgebung haben, in der sie wenig anrichten können – z.B. in sehr armen oder kriegsgeplagten Ländern – aber die würden auch unter Deinen Rahmenbedingungen nichts anrichten können), aber letztendlich bewahrt sich der Mensch mit diesen Gedanken doch nur eine Art Illusion über einen “größeren Horizont”, den man erreichen kann, indem man sich selbst wegjagt (gedanklich oder auch irgendwann physisch, wenn man sterben will). Wie es scheint, braucht der Mensch das Gefühl, dass er ausbrechen kann, wann immer er nur wollte, um hier so arbeitsam und motiviert wie möglich zu tun, denken und zu leisten.

    Im Grunde hast Du in Deinem Experiment dem Menschen die Hoffnung auf MEHR genommen. Dieses Mehr lässt sich nicht im weltlichen Bereich befriedigen. Die meisten Menschen empfinden bei großer Technologie keinen Orgasmus, wie Du oder Pepe es vielleicht tut. Und letztendlich hast Du anderen Menschen in Deinen Rahmenbedingungen ihre Art des “flows” genommen, aber Deinen behalten. Du hast zufällig eine andere Art, Deinen Geist für die Freiheit zu nähren, aber das Prinzip ist das Selbe.

    Manche Menschen brauchen das Gefühl, dass es Welten gibt, die sich komplett von ihrer eigenen unterscheiden. Du hast ihnen die Fantasie genommen, denn wenn wir sonst hier in unserer Fantasie immer noch manchmal denken: “Vielleicht ist da was dran und vielleicht gibt es soetwas wie ein Elysium”, dann bleibt auch davon nichts übrig. Auch hast Du einem fantasielosen Menschen die Möglichkeit genommen, diese Fantasie chemisch herbeizuführen durch Drogen. Jetzt kann er nicht einmal aus seinem gefangenen Leben hinaus, indem er sich das Leben nimmt. – Was soll er tun? Kerker. Abwarten. Hoffen, dass er stirbt. Hat er aber die theoretische Möglichkeit, zu sterben, wann er will, wird er gerne weiterleben, denn er empfindet es als freie Wahl, weiterzuleben. Dieser Punkt wird Deine Vison vielleicht zum scheitern bringen.

    Vielleicht denkst Du, Deine Rahmenbedingungen bringen den Menschen zu Topleistungen, doch meine Prognose aus dem, was ich über die “Natur des Menschen” weiß, lautet: Er wird sich als Geißel seiner Überlebensinstinkte empfinden, er wird sich weiter ernähren, er wird seinem Körper gehorchen und fressen, pissen, kacken, ficken – aber er wird sich immer ganz bewusst in sich gefangen fühlen, während wir es heute mit den Möglichkeiten wie Esoterik, Drogen, Wahnsinn als weniger eingeengt empfinden.

    Es gibt zwei Szenarien: Entweder löst er weiter Probleme wie heute, nur intensiver mit vernünftigen Mitteln, weil er andere nicht mehr zu Verfügung hat, aber lebt dennoch ein fantasie-, luft-, freiheitsillusionsloses Leben, was große Emotionen, Visionen, Enthusiasmus und idealistische Liebe eindämmen wird – oder er sackt in sich zusammen und verharrt auf einen natürlichen Tod ohne eine Hoffnung auf gar nichts. Ich finde zweites Szenario für meine Persönlichkeit realistischer. Aber beides wäre schlimm.

    Wir unterscheiden uns leider immer noch von Maschinen. Die Maschine braucht einen Knopfdruck, wir eine Motivation, die etwas höher liegt als das, was wir direkt mit dem Auge sehen. Und in Deinem Szenario würde sich das deutlich zeigen. Danke für das Gedankenexperiment.

    P.S.: Ich habe nicht versucht – wie Du – wissenschaftl. zu schreiben. Viele Dinge, die ich lapidar geschrieben habe, könnte ich mit Studie / Experiment / Theorie XY benennen, aber das hier ist Dein Blog. Ich habe unstrukturiert und frei geschrieben. Verzeih’. :-*

  2. Minah October 20th, 2010 10:24 am

    Thanks baby… I’ve been waiting to hear from you before I posted a follow-up article to this one :*

  3. Sherry October 20th, 2010 10:30 am

    Achso, Schatz. Ich meine mit allem übrigens nicht direkt Religion. Religion halte ich für die Giftspritze des Lebens, so wie den Kapitalismus, so wie die systematische Verdummung, die dieses kapitalistische System braucht, um weiter fortzubestehen. Zu solchen Verdummungsmaßnahmen gehört Religion 100% dazu.

    Vielleicht hätte Deine Überschrift lauten sollen: “A World without Faith”.

    :-*

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